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Wenn an Ihrem Fenster ein Vogel vorbeifliegt, dann ist das in der Regel ein Spatz, kein Kolibri“ – so zitierte ein Leser seinen Lehrer, einen Medizinprofessor aus Würzburg. Und weiterhin seinen Vater, ebenfalls ein Arzt, mit den Worten: „Eine gute Anamnese ist 90 % der Diagnose – 10 % ist Technik.“

Natürlich kann man jetzt argumentieren, dass die 90 % Anamnese (= Zeit für den Patienten) nicht mehr bezahlt werden und deswegen aus 10 % Technik auch gerne mal 80 % Technik werden. Überinformation bestimmt das Handeln – nicht Denken. Nicht Fühlen. Nicht Abwägen. Und schon gar nicht Zeit und Hinwendung. Zuhören und Hineinfühlen.

Mir gefällt das Bild, dass der Vogel, der an meinem Fenster vorbeifliegt, ein Spatz und kein Kolibri ist. Mir gefällt die Vorstellung, dass es erlaubt sein darf und sollte, die Dinge wieder bei ihrem Namen zu nennen. Sie einfach zu halten. Klar und wenig exotisch. Mir gefällt es, mir vorzustellen, nicht um irgendwas kompliziert herumtanzen zu müssen, sondern wahrzunehmen, was ist. Nicht das, was ich in irgendwelchen Zahlen ablesen kann oder was ich in irgendwelchen Marktforschungen statistisch interpretiere, sondern das, was ich selbst höre, erlebe, sehe, schmecke, rieche und fühle.

Mir gefällt es, meinen fünf Sinnen und manchmal auch dem sechsten und siebten Sinn zu vertrauen und notfalls eine datenbasierte Entscheidung einfach umzuschmeißen. Mir gefällt es, das Leben zu nehmen, wie es ist, und nicht erst zu allem einen intellektuellen Überbau zu konstruieren, damit ich mich nicht in meinem Leben verlaufe.

Und mir gefällt es auch, gelegentlich falsch abzubiegen und Wege zu entdecken, die ich dank Navi oder anderer Informationssystem niemals gefunden hätte.

Ja, manche Dinge sind eben nur ein Spatz und kein Kolibri.