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In der Übersetzung der Bibel „Hoffnung für alle“ lautete der Text: „Ich habe begriffen, dass Gott die Menschen prüft. Sie sollen erkennen: Nichts unterscheidet sie von den Tieren.“ Nichts unterscheidet uns von den Tieren ... Dieser Gedanke ist für viele Menschen erschreckend.

Wir hatten uns doch so schön eingerichtet mit dem Auftrag, uns die Welt untertan zu machen. Tiere zu nutzen, sie zu gebrauchen und zu verbrauchen. Wenn sie nicht von unterscheiden, mit welcher Berechtigung können wir das dann noch tun? Frag die Tiere, hat Hiob gesagt – ja wie denn, werden sich einige Leser denken. Sie sprechen nicht unsere Sprache. Wenn Sie mich fragen, das ist gut so, was wir hören würden, könnte uns möglicherweise nicht gefallen.

Aber sie haben eine Sprache.

Die der Seele, über die Augen und das Gefühl körperlicher Nähe. Kinder verstehen diese Sprache. Die Sprache, die Kinder trösten und aufrichten kann. Die Sprache, die keine uns bekannten Worte braucht, nur Liebe. Ein Kind, das mit einem vierbeinigen Freund groß wird, hat einen Seelenreichtum erlebt, der weit über die Computertastatur hinausreicht.

Es ist ein tiefer Graben zwischen uns und unseren Mitgeschöpfen, ein riesiger Abstand Ein Abstand, den nur wir verringern können, denn die Tiere haben das Ihre dazu durch alle Jahrtausende bereits getan. Ganz langsam, zum Verrücktwerden langsam, sickert das Wissen um unsere Mitgeschöpfe in die Philosophie, die Ethik und in die Herzen der Menschen. Auch wenn die Theologie sich noch schwertut mit diesem Thema.

Dass Papst Franziskus ausgerechnet den Namen des heiligen Franziskus gewählt hat, der Tiere wie Brüder und Schwestern behandelt hat, fand ich persönlich besonders schön. Man stelle sich mal vor: in all den vielen Jahrhunderten zum allerersten Mal! Überall warten Tiere darauf, von uns gesehen zu werden.

Nicht als Schnitzel in einer Plastikverpackung oder als Ersatz für menschlichen Kontakt. Sondern als Lebewesen und Gottes Geschöpfe, die genauso endlich sind wie wir und ebenso beseelt. Es wird Zeit, dass wir Menschen in tiefer Demut begreifen, dass wir mit unseren Mitgeschöpfen zu Gottes Schöpfung gehören und dass sie gleichberechtigt sind mit allen Seelen, die von Gott gemacht sind.

Liebe bezieht die Tiere mit ein. Wie können wir töten, was wir lieben? Wie können wir genießen, was in Leid und Elend gelebt hat? Wie können wir verantworten, Qualen schweigend anzuschauen und durch Wegschauen zu akzeptieren? Es braucht vielleicht ein wenig Mut, die Tierliebe für den besten Freund oder die Samtpfote auf alle Tiere zu übertragen, aber wo unterscheiden sich die sanften Augen einer Kuh von denen eines Pferdes? Warum verurteilen wir die, die Hunde essen, während bei uns Schweine in Zuchtbetrieben gequält werden?

„Einen Vorteil des Menschen gegenüber dem Tier gibt es da nicht. Beide sind Windhauch. Beide gehen an ein und denselben Ort. Beide sind aus Staub entstanden, beide kehren zum Staub zurück. Wer weiß, ob der Atem der einzelnen Menschen wirklich nach oben steigt, während der Atem der Tiere ins Erdreich hinabsinkt?“ Prediger 3, 19–21

Es ist nicht an uns, diese Frage zu beantworten. Aber es ist an uns zu handeln, hinzuschauen, hinzufühlen und zuzulassen, dass wir nicht allein die Geschöpfe Gottes sind und weit davon entfernt die Krone der Schöpfung zu sein. Für heute möchte ich Ihnen eine Geschichte der Bibel mit auf den Weg geben, die mich jedes Mal zum Lachen bringt und gleichzeitig daran erinnert, auf die Tiere zu hören, denn auch ich vergesse das nur allzu oft und allzu gern. Weil es Zeit kostet, Vertrauen und die Bereitschaft, in der Sprache des Herzens offen zu sein. Aber sehen Sie selbst:

„Die Eselin sah den Engel, der mit dem Schwert in der Hand mitten auf der Straße stand. Sie brach zur Seite aus und lief ins Feld. Bileam schlug sie, um sie wieder auf den Weg zurückzubringen. Nun stellte sich der Engel des Herrn auf einen engen Weg, der zwischen Weinbergen hindurchführte. Die Straße war hier von Mauern eingefasst. Wieder sah die Eselin den Engel und drängte sich ganz an die Seite, so dass Bileams Bein an die Mauer gedrückt wurde. Wieder schlug er sie. Der Engel des Herrn ging nochmals ein Stück weiter und versperrte Bileam nun an einer anderen Stelle den Weg, die so eng war, dass man weder rechts noch links vorbeikommen konnte. Als die Eselin den Engel sah, legte sie sich auf den Boden. Bileam wurde wütend und schlug sie mit seinem Stock. Da ließ der Herr das Tier sprechen. Es sagte zu Bileam: „Was habe ich dir getan? Warum hast du mich jetzt schon zum dritten Mal geschlagen?“ Bileam schrie: „Weil du mich zum Narren hältst! Hätte ich nur ein Schwert zur Hand, ich würde dich töten!“ Das Tier erwiderte: „Bin ich nicht deine Eselin, auf der du schon immer geritten bist? Habe ich jemals so etwas getan wie heute?“ Bileam sagte: „Nein.“ Da öffnete der Herr ihm die Augen, und er sah den Engel mit dem Schwert in der Hand auf dem Weg stehen. Bileam verneigte sich vor ihm bis zum Boden. Der Engel des Herrn sprach: „Warum hast du deine Eselin dreimal geschlagen? Ich war es, der dich aufgehalten hat, weil dein Weg sonst ins Verderben führt. Deine Eselin hat mich gesehen und ist mir dreimal ausgewichen. Hätte sie es nicht getan, dann hätte ich dich mit dem Schwert getötet und sie am Leben gelassen.“ 4. Mose 22, 23–33