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Die Erde trägt aber nicht nur uns. Sie trägt auch Pflanzen und Tiere. Tiere, die auf fast jeder Seite der Bibel Erwähnung finden, sind für viele Menschen auch heute zum täglichen Begleiter und oft einzigen „Ansprechpartner“ in der Einsamkeit geworden.

„Frage doch die Tiere, sie werden dich’s lehren ...“

Das sagt ausgerechnet Hiob, der unter seiner Last und an seinem Leid nicht zerbricht. Er richtet seinen Blick über den zwischenmenschlichen Bereich hinaus und findet die Antwort bei den Lebewesen, die seit Anfang der Zeit um uns waren und heute noch sind. Ihre Botschaft erreicht sein geprüftes Herz und seine leidende Seele: „Frage doch die Tiere ...“.

In vielen – von uns möglicherweise selten gelesenen – Bibeltexten, die zur sogenannten „Weisheitsliteratur“ gehören, befinden sich jede Menge Tiere: ob im Buche Hiob, den Sprüchen und dem Prediger Salomo, Teilen der Evangelien oder auch sonst. Über den Daumen gepeilt ist das ein Viertel der Bibel – reserviert für die Tiere und die Schöpfung. Es ist menschengemachte Auslegungstradition, dass wir die Bibel als alleiniges Buch für Menschen betrachten.

„Wer erkennt nicht, dass des Herren Hand das alles gemacht hat und in seiner Hand die Seele von allem ist, was lebt?“
Für mich sind die Tiere Botschafter des Herrn, die uns in einer völlig verkopften Welt, die es sogar infrage zu stellen wagt, ob Tiere eine Seele haben, immer wieder an Gottes Schöpfung erinnern. Wir, die wir so unglaublich viel Gehirnakrobatik in jeden Ansatz gesteckt haben, uns von anderen Lebewesen abzugrenzen, um uns selbst die „Krone der Schöpfung“ aufzusetzen, haben dabei irgendwie übersehen, dass wir die Tiere als Gottes Schöpfung nicht einfach nur unterwerfen oder ausblenden können.

Dass wir nicht jeden, der sich für Tiere ebenso einsetzt wie für Menschen, als einen komischen Kauz und Kinderhasser abstempeln können. Dass wir nicht ignorieren können, dass Tiere – auch wenn das in unserem Gesetz steht – eben keine Sachen sind. Sondern beseelte Mitgeschöpfe, die es verdienen, sie endlich angemessen zu fragen, so wie Hiob es in seiner Not, Einsamkeit und Verzweiflung seinen Freunden rät: „Frage doch die Tiere, sie werden dich’s lehren ...“