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Bewußt sein

... und kehr nie wieder! Wenn ich so in mich hineinfühle und meinen Mitmenschen zuhöre, dann begegne ich ihr immer wieder: der Angst. Sie kennt viele Verkleidungen, aber wenn die Masken fallen, dann ist es doch am Ende ein vertrautes Gefühl, und irgendwie scheint sie allgegenwärtig. Mitunter könnte man meinen, sie ist außer Kontrolle.

Modern sehen sie aus. Und irgendwie auch beängstigend, wenn Sie mich fragen. Diese Geräte um das Handgelenk, die der Selbstvermessung dienen und tagein, tagaus und nachts ebenfalls dem Smartphone oder Tablet in unserem Leben Rückmeldung darüber geben sollen, wie es uns geht. Sie wissen mehr über uns als wir selbst. Zumindest rein technisch. In Zahlen und Werten. Sie kennen den Puls, manche den Blutdruck. Sie wissen, wie viele Schritte wir gemacht haben und wie unsere Nacht war. Sie sagen uns, wie unser Stresslevel ist, und messen jede nur denkbare Körperfunktion. So weit – so erschreckend.

„Wenn an Ihrem Fenster ein Vogel vorbeifliegt, dann ist das in der Regel ein Spatz, kein Kolibri“ – so zitierte ein Leser seinen Lehrer, einen Medizinprofessor aus Würzburg. Und weiterhin seinen Vater, ebenfalls ein Arzt, mit den Worten: „Eine gute Anamnese ist 90 % der Diagnose – 10 % ist Technik.“

Kennen Sie das auch? Sie übersetzen einen Text, vielleicht den Liedtext eines derzeit aktuellen Chart-Stürmers, und bleiben an den einfachsten Worten hängen. Worte, deren Bedeutung Sie eigentlich kennen.

Bei diesem Satz des heiligen Thomas von Aquin, könnte man denken: Das Gewissen – oh je, schon wieder so ein abstrakter Begriff. Und irgendwie auch gleichzeitig eine Art erhobener Zeigefinger ... das Gewissen.